Geschichte Kakao Woher kommt Kakao

Die Geschichte von Schokolade und Kakao, aus dem sie gemacht ist, ist älter als die Antike. In Latein Amerika findet man bei Maya, Azteken und Olmeken verschiedene Hinweise über die Verwendung und Kultivierung von Kakao. Einige finden sich deutlich in Sprache, Schriften, Zeremonien und Bräuchen wieder, bei denen sich klar nachvollziehen lässt, welche Beziehung die Völker (hauptsächlich Azteken und Maya) zu Kakao hatten. Bei anderen Fundstücken fand man zwar Rückstände von Kakao in Gefäßen (der Olmeka), die sich zeitlich einordnen lassen, welchen Zweck diese Gefäße erfüllten, lässt sich jedoch nur vermuten. Die Azteken nannten das eigentümliche Getränk „Xocolatl“,  daraus machten die Spanier „chocolate“.

Den biologischen Ursprung von Kakao vermutet man in Mittel- bzw. Südamerika. An dem Kakaobaum wachsen große, bräunliche Früchte, welche die Kakaobohnen beinhalten. Getrocknet erinnern die Früchte leicht an Mandelnüsse.

Genaueres, wie Kakao zubereitet wurde weiß man nur bei Azteken und Maya. Sie nahmen Schokolade als Getränk zu sich. Mit Wasser, Maismehl und Chili (manchmal auch Vanille) vermischt. Das Ganze wurde schaumig geschlagen und warm getrunken. Aber auch kalt wurde Kakao genossen. Auch das Fruchtfleisch der Kakaofrucht wurde viel genutzt, beispielsweise in fermentierten alkoholischen Getränken oder zur Herstellung von Körperpflegemitteln (Cremes). Die feste Tafelschokolade, wie wir sie heute gerne essen, war den Maya, Azteken und Olmeka wahrscheinlich unbekannt.

Maya wie Azteke wiesen Kakao einen hohen gesellschaftlichen Wert zu. Der Konsum war oft dem Adel vorbehalten. Auch Krieger und Opfer tranken Schokolade als Vorbereitung auf Kampfhandlungen oder rituelle Zeremonien. Tadellos einwandfreie Kakaobohnen wurden sogar als Zahlungs- und Tributmittel gehandelt (mehrere Bohnen oder ganze Säcke dienten als Tauschmittel).

Kakaobohnen

Als Folge der “Entdeckung” und Eroberung der Spanier von Mittel- und Südamerika kam Kakao/Schokolade nach Europa. Während spanische Konquistador das Reich der Maya, Azteken und Inka für die Spanische Krone beanspruchten, und immer tiefer in diese fremden und abenteuerliche Lande eindrangen, stießen sie zwangsläufig auf Kakao. Wer genau als erstes Kakao und Schokolade probierte ist unklar, genauso wie der Tag an dem die erste Kakaobohne europäischen Boden berührte. Klar ist, dass die Konquistadore in Mittelamerika, sowie erste Verkoster in Spanien, dem bitteren Geschmack von Kakao nichts abgewinnen konnten. (Anfang 1500)

Später kamen die Spanier auf die Idee, den Kakao zu süßen und an ihren Geschmack anzupassen. Mit Zimt, Vanille und Rohrzucker gesüßt fand das Getränk große Beliebtheit bei denjenigen, die es sich leisten konnten. Denn Kakao war teuer und wurde exklusiv aus den spanischen Kolonien importiert. (ende 1500)

Über Spanien wanderte die (Trink)Schokolade, in die Nachbarländer Italien, Frankreich und das etwas weiter entfernte England. Die Eroberung Europas hatte begonnen! Mit jedem neuen Land in das Schokolade Einzug hielt wurden neue Rezepturen kreiert. Jasmin, Amber, Orangen- und Zitronenschalen etc. gab der Trinkschokolade neue Aromen und Geschmacksvarianten. (1600) Langsam bröckelt das Monopol Spaniens, Kakao ausschließlich in den eigenen Kolonien zu produzieren, und andere Kolonialmächte bauten Kakao auf ihren Plantagen an. Wie Kaffee, Baumwolle, Rum und andere Güter ist auch Kakao historisch mit Sklaverei, Ausbeutung und maximalen Profit verbunden.

Mittlerweile hält die Industrialisierung Einzug in Europa und Schweizer, Deutsche, Dänen etc. wetteifern um neue Kreationen und kulinarische Entdeckung in der Verarbeitung von Kakao. Mithilfe von Neuheiten wie der Dampfmaschine und neuen Produktionsverfahren kann nun Kakaopulver hergestellt werden. Und endlich gelingt es Kakao in feste Form zu bringen, die erste Tafelschokolade entsteht. Auch der Durchschnittsbürger kann sich jetzt Schokolade leisten. Konditoreien und Zuckerbäcker probieren alle Arten von Pralinen und Konfekt aus.

Heutzutage sind Kakao und Schokolade für jedermann erschwinglich und bekannt. Es gibt Riegel, Tafeln (Zart, dunkel, bitter usw.), Streusel, Schokokuchen, Kakaopulver, Trinkschokolade zum Schmelzen, Schokofondue, verschiedene Eissorten und und und. Kaum vorstellbar ist es, was für eine Rarität Schokolade einst war.

Kakao in Tasse

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